Vom Parkhotel zum Gästehaus
Die TU-Freunde laden ein zum näheren Kennenlernen des Georg-Christoph-Lichtenberg-Hauses am 12. September
Termin: Donnerstag, 12. September 2024, 17:00 Uhr
Treffpunkt: Foyer des Georg-Christoph-Lichtenberg-Hauses, Dieburger Straße 241, 64287 Darmstadt
Teilnehmerzahl: Max. 18 Personen | Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldungen vergeben. Bei großer Nachfrage gibt es einen weiteren Termin.
Die Veranstaltung ist kostenfrei.
Anmeldungen: info@freunde.tu-… | Tel.: 06151/16-20522 | Fax 06151/16-20523
Viele von Ihnen kennen bereits das am Stadtrand gelegene und von einer reizvollen Parklandschaft umgebene TU-Gästehaus, das Georg-Christoph-Lichtenberghaus. Immer wieder stellen die beeindruckten Gäste Fragen: »Was ist das für ein Haus?« »Welche Geschichten hat es zu erzählen?«
Mit diesem Angebot möchte Brigitte Kuntzsch Sie zu einer Antwort begleiten. Vor dem Haus begrüßt Sie eine Skulptur des Bildhauers Detlef Kraft. Es ist ein etwas nachdenklich dreinblickender Georg Christoph Lichtenberg, der Namenspatron des Hauses. Die Freiplastik des in Ober-Ramstadt geborenen Physikers und Schriftstellers wurde 2017 zu dessen 275. Geburtstag dort aufgestellt.
Alles begann 1899 mit dem Bau eines gründerzeitlichen Parkhotels, das sich allerdings nicht lohnte. Es folgten turbulente Bau- und Umbauphasen. Zunächst gestaltete der Architekt Jakob Krug 1910/11 den ehemaligen Gründerzeitbau zeitgemäß zu einem Jugendstilpalais, Privatwohnsitz für Prinz Otto von Schaumburg und dessen Gattin Gräfin von Hagenburg. Die äußere Gestalt und der Innenausbau sind im Großen und Ganzen bis heute erhalten oder wurden wieder in den Originalzustand versetzt. Die enge Verbindung des Architekten zu Joseph Maria Olbrich, dem Chefdesigner der Mathildenhöhe, ist deutlich. Die Keramikverkleidungen stammen aus einer der von Großherzog Ernst Ludwig eingerichteten Manufakturen.
In den Folgejahren diente des Palais unterschiedlichen Eigentümern als Privatwohnsitz. 1938 wurde es von der NSDAP übernommen und als SA-Gruppenschule genutzt. 1940–45 beherbergte es kriegsbedingt ein Reservelazarett. 1945 beschlagnahmte das amerikanische Militär das Gebäude. Bis 1954 war dort provisorisch die Darmstädter Frauenklinik bis zum Umzug in die Stadtmitte untergebracht, in den Meisterbau des Architekten Otto Bartning.
Nach dem Zweiten Weltkrieg und umfänglicher Sanierung übernahm die TH Darmstadt 1955 das Palais und richtete dort Wohnungen für Studierende ein, die dort bis zum Bau des Studentenwohnheims am Karlshof eine Unterkunft fanden.
Nach anschließender Modernisierung wurde das Gebäude1989 seiner heutigen Nutzung als Gästehaus der TH Darmstadt und zunächst auch der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) zugeführt. Das Haus gehört zum Verbund hochschulnaher internationaler Begegnungszentren der Wissenschaft (IBZ Deutschland). Es ist Wohn- und Lebensraum für Gastwissenschaftler aus aller Welt und Veranstaltungsort mit reichhaltigem Freizeit- und Kulturangebot.